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Gedichte zum 70. Geburtstag

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Meiner Mutter zum Geburtstage

1861.
Zum 70. Geburtstage.
(Mit einem zur Hauschronik bestimmten Buche.)


Zu deinem Tage hoher Ehren
Hat's mich verlangt, dir zu bescheeren,
Du liebe Mutter, ein Ruhmgedicht,
Allein die Muse gab's mir nicht.

Da will ich denn auf andre Weise
Die Stimme erheben zu deinem Preise:
Ein Lied will ich singen, das Gott verfaßt,
Ein Lied, das du gelebet hast.

In diesem Buch soll stehn es zu lesen,
Was du für eine Mutter gewesen,
Erzählt in Worten treu und schlicht
Das ist dein schönstes Lobgedicht.

Es werden's noch lesen in späten Tagen
Die Enkelkinder, sie werden sagen
Und singen immer das Lied auf's Neu:
Das Lied von deiner Muttertreu.

Carl Altmüller



Zum 70. Geburtstag

(dem Fürsten Hardenberg)

Wer die Körner wollte zählen,
die dem Stundenglas entrinnen,
würde Zeit und Ziel verfehlen,
solchem Strome nachzusinnen.

Auch vergehen uns die Gedanken,
wenn wir in dein Leben schauen,
freien Geist in Erdeschranken,
freies Handeln und Vertrauen.

So entrinnen jeder Stunde
fügsam glückliche Geschäfte.
Segen dir von Mund zu Munde!
Neuen Mut und frische Kräfte!

Johann Wolfgang von Goethe



Eine Mutter in Israel

(Zum siebzigsten Geburtstag.)

Vor siebzig Jahren: - Ein Kindlein fein,
Süß schlummernd in lindem Bettelein,
Des Vaters Freude, der Mutter Lust,
Und süße Ruh' in der kleinen Brust.

Vor sechzig Jahren: - Ein Mägdlein hold;
Im dunklen Auge glänzt Morgengold;
Des vaterlosen Kindes Herz
Wird mächtig gezogen himmelwärts.

Vor fünfzig Jahren: - Ei, seh' ich wahr?
Ein glückliches Weib? Eine Mutter gar?
Ja wohl! Hier sitzen der Zeugen zwei,
Die damals schon waren mit dabei.

Vor vierzig Jahren: - In Liebesmüh'
Im Hause waltend spät und früh,
Zu helfen und dienen stets bereit,
Um Feste zu feiern, wenig Zeit.

Vor dreißig Jahren: - Ein wackrer Stab
Dem edlen Manne, dem Gott sie gab.
Sie, emsig schaffend, ohn' Rast und Ruh';
Er stille schreitend dem Himmel zu.

Vor zwanzig Jahren: - Und nun allein!
Schon schimmert der milde Abendschein,
Doch, Mutter, dir bleibt noch viel zu tun,
Du bist der Hort deiner Kinder nun!

Und vor zehn Jahren: Wie hell und schön
Dein Feierabend auf Bergeshöh'n;
So nah dem Himmel, wo manche schon sind,
Doch hier noch bei Kindern und Kindeskind!

Und heut, o Mutter, heut steigt empor
Ein Psalm des Dankes aus unserm Chor.
Aus fröhlichen Herzen klingt es rein:
"Gott segne unser Mütterlein!"

Ja, Er, der bis heute dein Führer war,
Er woll' dich erhalten noch manches Jahr;
Wir brauchen noch sehr deinen treuen Sinn,
Du hast noch dein Amt hier als Priesterin.

Der Herr gewähre des Herzens Fleh'n
Und laß es dich herrlich erfüllet seh'n:
Der Pfad des Gerechten sei helles Licht,
Das leuchtet, bis voller Tag anbricht.

Und dann? - O dann fommt das Allerbest';
Dann kommt ja das ewige Jubelfest!
Dann setzt Er, - o selig, die du geglaubt! -
Die Krone des Lebens dir auf das Haupt.

Dora Rappart
Der Mutter siebzigster Geburtstag

(Aus Nizza.)

Der Lenz, der hier aus Blum' an Blume
Und ewig grün aus Blatt an Blatt
Zu unverrücktem Königthume
Den Thron sich aufgerichtet hat:
Es schwebt darob mit hoher Dolde
Die Palme, die ihm Kühlung weht,
Und ringsum, seht!
Bei Silberblüten Frucht von Golde;

Der Lenz - ihm weben die Gewandung
Aus Blau der Himmel und das Meer,
Und ihm zu Füßen rauscht die Brandung
Als stäts bewegter Saum daher;
Sein Teppich sind die grünen Auen,
Draus Anemonenröthe blickt
Und traulich nickt
Zur Hyacinthe hin, der blauen;

Der Lenz - ihr mögt von Eise sagen,
Von Schnee, der blendend euch umgränzt:
Hier aber ist's, frisch ausgeschlagen,
Olivenlaub, das silbern glänzt;
Der Lenz - und täglich neue Feste
Begehn im Wald mit Ueberschwang
Von Sang und Klang
Die Vögel, seine Wintergäste.

Schon aber rüsten sich die Sänger
Zur Fahrt ins heimische Revier:
Der Lenz - da mag auch er nicht länger
Sein Regiment nur üben hier;
Da ist auch ihm zu eng geworden
Sein Palm-und Pinien-Königreich,
Und allzugleich
Mit Schwalb' und Lerche geht's gen Norden.

Und Schwalbenschwung und Lerchensingen
Und Laubesgrün und Blumenduft,
Es soll durchwürzen und durchdringen
Nun auch des Nordens Land und Luft;
Der Lenz, ihr wintermüden Herzen,
Er kommt, er kennt die rechte Frist:
Ihr wißt, es ist
Der Tage zwanzigster des Merzen.

Der Tage zwanzigster des Merzen:
Da gilt es nach des Winters Zorn
Nicht Blumen nur mit Sang und Scherzen
Zu schütten aus gefülltem Horn:
Durch Sonnengold und Himmelsbläue
Hin schwebt ein leichter Botenfuß,
Wo einen Gruß
Er melden soll der Lieb' und Treue.

Hin zu der würdigsten der Frauen,
Die einst an ebensolchem Tag
Beleuchtet von dem Morgengrauen
Des Lebens in der Wiege lag:
Seitdem sind Jahre zehnmal sieben
Verflogen in der Zeiten Schwung,
Und doch wie jung
Ist dieser Greisinn Herz geblieben!

Wie schön gereift zur ew'gen Jugend,
Von Blüten voll, von Früchten schwer,
Es schaut der Lenz die Lenzentugend:
Sie kommt von seinem Tage her;
Und heut, zur siebzigsten Begegnung
Heut naht er siebzigfach erfreut
Und beut und streut
Herab die Fülle jeder Segnung.

"Was Gutes je, was Allerbestes
Ein fromm Gebet von Gott erfleht,
Zur Weihe deines Wiegenfestes
Ist das für dich mein fromm Gebet:
In Strömen trief' und trief' es wieder
Auf dieses Hauptes Silbergrau,
Wie kühler Thau
Von meinem Fittich träuft hernieder."

"Und wie du Kind und Kindeskinder
Sammt gar dem Kindeskindeskind
Kaum zählen magst, und doch nicht minder
Sie all, sie all die Deinen sind,
Wie mir daheim sich grüne Hecken
Voll Rosen dehnen unzählbar,
So Jahr an Jahr
Soll dir noch lang hin sich erstrecken."

"Doch jetzt die Flügel laß mich spreiten:
Es zieht mich auf noch einen Zug,
Auf einen zweiten, dir geweihten,
Landein, bergauf gekehrten Flug:
Ich muß noch auf des Witwalds Fluren,
Muß da auch wecken Laub und Gras
Und sorgen, daß
Wegtrocknen alle Winterspuren."

"Da will mit Buchen ich und Fichten
Herzaubern einen solchen Lenz,
Daß einen schönern soll mit nichten
Selbst haben meine Residenz;
Und hoch wie dort die Dattelpalme,
Saftkräftig wie die Aloe
Soll stehn der Klee
Und Weizen recken seine Halme."

"Laß' ich auch wachsen keine Mandeln,
Wohlan, so wachse dir die Nuß,
Und zwischen all dem Grün zu wandeln
Sei dir noch lang ein Hochgenuß!
Ich selber bin's fürwahr kein Tadler:
Nein, Herbst um Herbst noch soll von dort -
Ein Mann, ein Wort -
Heimfliegen ein verjüngter Adler."

Wilhelm Wackernagel




Gedichte zum 70. Geburtstag mit Scherz-, Wunsch- oder Grußcharakter. Gedichte, Verse, Reime zum 70. Geburtstag an Verwandte, Freunde oder Bekannte.















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